Verarbeite deine Trauer durch Bewegung!

Über mich

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Vielleicht hast du dich schon ein bisschen durch meine Webseite geklickt und gefragt wie ich bloß dazu kam, über Trauerverarbeitung zu bloggen. Deshalb hier mein ganz persönlicher Trauerweg:

In meinen jungen Jahren (Jahrgang 1985) musste ich bereits oft mit den unterschiedlichsten Verlusten umgehen lernen. Neben gesundheitlicher Einschränkungen, wie eine Myocarditis (Herzmuskelentzündung) in Lissabon oder einem Kreuzbandriss und anschließender Operation und resultierender Thrombose, gesellten sich Job- und Partnerverlust hinzu. Mittendrin erkrankte auch noch meine Mutter an einem Aderhautmelanom (Augentumor), dem sie erfolgreich den Kampf bot! Verluste und Schicksalsschläge, die schmerzten und mein Leben über den Haufen warfen.

Du und ich – und auch sonst keiner – kann so hart zuschlagen wie das Leben! Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann. Es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weitermacht. Rocky in Rocky Balboa (Film)

Meinen schmerzvollsten Verlust musste ich dann mit dem 13.9.2013 erleben. Der Tag an dem meine 21 jährige Schwester Larissa verschwand. 10 Tage später erfuhr meine Familie, dass ihr Freund sie erwürgt und anschließend im Inn entsorgt hatte. Mord. Eine Art des Verlustes, die uns meist nur in schlechten Filmen begegnet, wurde schlagartig zu meiner Realität. Was folgte, war eine schreckliche Zeit an Schmerz und Leid, dem mein Körper kaum standhalten konnte.

Larissa war neben meinen anderen beiden jüngeren Schwestern der wichtigste Mensch in meinem Leben. Die Kraft meiner Seele, die Zuversicht, die Kreativität, die Motivation zum Leben, das Lächeln und Lachen in dunklen Stunden, die Freiheit und unendlich tiefe Liebe, mein Zwilling im Herzen, der mich wortlos verstand…


Ständige Heulattacken, Auswegslosigkeit, Angstzustände, Panikattacken, Hilflosigkeit, Traurigkeit, Sehnsucht, Einsamkeit, Depression, Motivationslosigkeit, Schuldgefühle, Konzentrationsschwäche und Aggression sind nur wenige Gefühlsreaktionen meiner Trauer, welche zu meinen täglichen Begleitern wurden


Schnell wurde mir bewusst, dass auch wenn die Menschen Verständnis für meine Trauer zeigten, im gleichen Zug eine Erwartungshaltung mit folgendem Inhalt mir entgegen geworfen wurde: Wann funktioniert sie wieder, wann wird sie wieder „normal“?

Ich musste bitterlich realisieren, dass in dieser Gesellschaft kein Platz für Tränen und Trauer war!

Hinzu kam, dass selbst meine Freunde und Bekannten mit der Situation vollkommen überfordert waren. Sie wussten nicht wie sie reagieren sollten, welche Worte/Fragen die richtigen waren und welche alles nur verschlimmerten. Manche von ihnen gingen mir aus dem Weg und hielten sich fern, weil sie den Schmerz und die Trauer nicht verkrafteten. Andere wiederum waren einfach nur großartig und ließen meine Trauer zu. Diese unterstützten mich in jeglicher Form, worüber ich unendlich dankbar bin. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass genau diese Freunde ein Grund sind, warum ich heute noch bin und so viel Kraft schöpfen konnte. Danke!

Neben all den unkontrollierten Gefühlsschwankungen und -ausbrüchen war es mein Körper, der schrecklich darunter leiden musste. Vor allem nach einigen Monaten, als mich der Alltag einholte und ich täglich damit kämpfen musste, meine Traurigkeit zu unterdrücken. Das war anstrengender, als alles, was ich bisher kannte. Mein Körper zeigte mir anhand von Unverträglichkeiten, Allergien, Krankheiten, Schwächeanfällen, Hormonschwankungen, permanenten somatischen Beschwerden, dass ich dringend auf ihn achten sollte. Er schrie nach einer Pause und verlangte nach Kraft. Leider war es mir finanziell nun mal nicht möglich, meine Trauer wortwörtlich einfach auszusetzen und mir die Zeit zu nehmen. Ich musste funktionieren und arbeiten. Um dennoch nicht völlig daran zu zerbrechen, fand ich dann einen Weg diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Ich begann draußen alleine, mit meinem eigenen Körpergewicht zu trainieren. Dort durfte ich mit all meinen Gefühlen sein!

Dort durfte ich schreien und weinen, lachen und tanzen, ohne, dass sich jemand unwohl oder gestört dabei fühlte. Diese Trainings in der Natur schenkten mir unfassbar viel Kraft, stärkten meinen Körper und meine Seele gleichermaßen und boten mir eine Auszeit vom Funktionieren.

Langsam aber sicher entwickelte sich der Wunsch in mir aus diesem schmerzvollen Schicksal etwas Positives zu kreieren und anderen Menschen mit Hilfe von Bewegung und Sport im Umgang mit Verlusten zu helfen. Ich schloss mein Studium der Geschichtswissenschaften noch erfolgreich ab und absolvierte danach die Ausbildung zur Personal- Gesundheits- und Functionaltrainerin bei der PFA. Zusätzlich besuchte ich den Einführungskurs zur Trauerbegleitung, um mich intensiver mit der Theorie hinter der Selbsterfahrung auseinander zu setzen.

Mein Wunsch ist, dir bewusst zu machen, wie wichtig es nach einem Verlust ist, auf deinen Körper zu achten. Ich möchte dir Hoffnung schenken, dass egal wie schrecklich und schmerzvoll dein Verlust ist, du irgendwann wieder glücklich sein kannst – anders – aber glücklich! Daneben möchte ich die Menschen zum Denken anregen, dass Trauer sehr wohl zum Mensch-sein gehört und wir diese ausleben sollen. Nur so können wir gesund bleiben und den Verlust verarbeiten. Und ja, vielleicht ist auch noch der Wunsch mit drin, dass Menschen ihr Leben weniger verschwenden, die Zeit mit ihren Liebsten genießen und ihren Träumen folgen sollen, denn das Leben kann sehr schnell zu Ende sein und ist jeden Tag ein wahres Geschenk.

Wie mein kleiner Schmetterling Larissa immer so schön sagte: LEBE. LACHE. LIEBE… JEDEN TAG!


Hast auch du einen geliebten Menschen verloren oder einen anderen schmerzvollen Verlust durchlebt?

Schreibe mir auf katy@seelensport.at und erzähl mir davon!

Ich möchte dich mit meinem Blog und meinen Trainings auf deinem persönlichen Trauerweg begleiten, dir Mut machen und Möglichkeiten zeigen, wie du deine Trauer verarbeiten kannst und ihr Raum und Zeit geben kannst!

 

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