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Warum schöne Tage in der Trauer oft die schwersten sind

Es klingt widersprüchlich, aber genau schöne Tage in der Trauer können sich besonders schwer anfühlen. Wenn die Sonne scheint, Menschen lachen und das Leben draußen weitergeht, wird der eigene Schmerz oft noch deutlicher spürbar. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Gerade diese Momente wecken Erinnerungen an gemeinsame Ausflüge, Sommerabende oder kleine Rituale, die plötzlich fehlen. Trauer zeigt sich nicht nur an dunklen Tagen manchmal trifft sie uns genau dann mit voller Wucht, wenn eigentlich alles leicht wirken sollte.

Hinzu kommt der innere Druck. Vielleicht kennst du Gedanken wie: „Ich müsste mich doch freuen“ oder „Warum kann ich das nicht genießen wie alle anderen?“ Doch genau diese Erwartungen machen den Schmerz oft noch größer. Trauer folgt keinem Kalender und kennt keine Jahreszeit. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich ein sonniger Tag innerlich schwer anfühlt

Wenn Freude und Schmerz gleichzeitig da sein dürfen

Mit jedem schönen Moment wird oft auch sichtbar, wer fehlt. Ein Grillabend, ein Spaziergang am See oder eine Wanderung erinnern daran, mit wem man diese Erlebnisse eigentlich teilen wollte. Gleichzeitig verstärken Social Media und der Blick auf scheinbar glückliche Menschen das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören. Dabei ist dieses Empfinden eine natürliche Reaktion auf einen tiefen Verlust kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Deshalb möchte ich dir eines mitgeben:

Schöne Tage in der Trauer müssen nicht sofort genossen werden. Du darfst lachen und gleichzeitig weinen. Du darfst dich zurückziehen, wenn dein Körper Ruhe braucht, und du musst dich für deine Gefühle nicht rechtfertigen. Heilung bedeutet nicht, dass der Schmerz verschwindet. Sie bedeutet, ihm Raum zu geben, ohne gegen ihn kämpfen zu müssen. Genau dort beginnt oft der erste Schritt zurück zu mehr Verbundenheit mit dir selbst.

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