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Scham in der Trauer: Warum du dich nicht verstecken musst

Scham in der Trauer ist ein Gefühl, über das wir viel zu selten sprechen. Ich kenne es selbst sehr gut. Ich habe mich für meine Tränen geschämt, dafür, nicht mehr zu funktionieren wie früher, für meinen Neid auf andere und sogar dafür, irgendwann wieder Freude zu empfinden. Hinter all diesen Momenten steckte oft derselbe Gedanke: Mit mir stimmt etwas nicht. Und genau dieser Gedanke kann unglaublich einsam machen.

Dabei folgt Trauer keinem Zeitplan. Sie bringt nicht nur Traurigkeit mit sich, sondern auch Wut, Angst, Neid, Erleichterung und Freude. All diese Gefühle dürfen nebeneinander existieren. Auch dein Körper darf erschöpft sein, deine Konzentration darf nachlassen und dein Alltag darf sich plötzlich schwer anfühlen. Du versagst nicht. Dein Körper reagiert auf einen Verlust, der dein ganzes Leben verändert hat.

Du darfst dich zeigen, wie du bist

Ich habe lange geglaubt, ich müsste vieles alleine schaffen. Selbst Unterstützung anzunehmen, fiel mir schwer. Heute weiß ich: Hilfe zu brauchen ist menschlich. Gerade in Krisen brauchen wir Verbindung, Sicherheit und Menschen, bei denen wir nicht erklären oder verstecken müssen, wie es uns gerade geht.

Auch Scham in der Trauer lebt davon, dass wir schweigen und uns zurückziehen. Wenn wir beginnen, sie in einem sicheren Rahmen auszusprechen, kann sie Stück für Stück ihre Macht verlieren. Du darfst traurig sein – auch nach Jahren. Du darfst Hilfe brauchen. Und genauso darfst du lachen, reisen, Pläne machen und wieder Freude spüren. Nichts davon macht deine Liebe kleiner.

Vielleicht möchtest du heute auch deinen Körper mitnehmen: Spüre deine Füße am Boden, lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch. Atme tief ein, richte dich dabei sanft auf und sage dir: Ich darf mich zeigen, wie ich bin. Denn auch mit deiner Trauer musst du dich nicht verstecken.

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