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Trauer und Umfeld: Wenn plötzlich alle da sind und irgendwann kaum noch jemand

Wenn ich an meine eigene Trauer und mein Umfeld zurückdenke, erinnere ich mich an verschiedene Wellen. Nach Larissas Tod waren plötzlich alle da. Menschen schrieben, riefen an, boten Hilfe an, wollten mich umarmen und für mich da sein. Diese Anteilnahme hat mich tief berührt – und gleichzeitig völlig überfordert. Denn genau in dieser ersten Zeit war ich kaum aufnahmefähig. Ich war im Schock, beschäftigt mit Überleben, Weinen und irgendwie Durchhalten.

Irgendwann ebbte diese erste Welle ab. Dafür kamen die Ratschläge: „Du bist so stark.“ „Du musst nach vorne schauen.“ „Das Leben geht weiter.“ Sätze, die vielleicht gut gemeint waren, aber in mir vor allem eines ausgelöst haben: Druck. Dazu kamen Menschen, die alles wissen wollten. Fragen, auf die ich selbst keine Antworten hatte und die meine Schuldgefühle teilweise noch verstärkten.

Die Menschen, die bleiben

Eine der schmerzhaftesten Erfahrungen kam später: Menschen verschwanden. Ohne Streit, ohne Erklärung. Manche wechselten sogar die Straßenseite, wenn sie mich sahen. Heute weiß ich, dass dahinter oft Überforderung und Angst stecken. Trotzdem tut dieses Verschwinden weh. Es fühlt sich wie ein weiterer Verlust an, während man ohnehin versucht, mit dem Unbegreiflichen weiterzuleben.

Und dann gibt es zum Glück die Dagebliebenen. Die Menschen, die nicht versuchen, meine Trauer wegzumachen. Die Larissas Namen auch Jahre später noch hören können. Für mich zeigt genau das, wie wichtig Trauer und Umfeld zusammengehören. Wir brauchen keine perfekten Worte und keine schnellen Lösungen. Wir brauchen Menschen, die bleiben, zuhören und mit uns aushalten, was gerade da ist. Und wenn diese Menschen im eigenen Umfeld fehlen, dürfen wir uns einen Ort suchen, an dem unsere Trauer sein darf.

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