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Diese 5 körperlichen Symptome erlebt fast jede(r) Trauernde – und wie du damit umgehen kannst!

Unsere Reaktion auf einen einschneidenden Verlust ist Trauer. Sie bringt unendlich viele Gefühle mit, die sich schlagartig durch den gesamten Körper ziehen. Ich habe sie alle am eigenen Leib erlebt oder besser überlebt. Gefühle ohne körperliche Reaktionen gibt es nicht, denn er ist es, der sie produziert und auch er ist es wiederum, der sie aushält und ausdrückt. Inwiefern sich Trauer durch den Körper zeigt und von welcher Art Symptome fast alle berichten, erfährst du folgend. Falls du selbst sogar betroffen sein solltest, zeige ich dir ebenso wie du mit diesen Symptomen umgehen kannst. Vorab noch: Ich bin keine Ärztin und rate immer sich vorher ärztlich alles untersuchen zu lassen. Ich berichte hier einzig von meinen persönlichen Erfahrungen!

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1. Herzrasen/Herzstechen

Als ich 26 Jahre alt war, hatte ich im Urlaub in Portugal eine Herzmuskelentzündung und wäre beinahe daran gestorben. Dabei hatte ich heftige Brustschmerzen, Druck in der Brustgegend verspürt und konnte erschwert atmen. Nachdem meine Schwester Larissa 2013 gestorben war, hatte ich ein ähnliches Gefühl und dachte nun einen Herzinfarkt zu erleiden. Nur diesmal war der Schmerz tausend Mal so groß, als bei meiner eigentlichen Herzkrankheit. Ich dachte ich würde jeden Moment umkippen und selbst daran sterben. Gefühle von Wut, Traurigkeit und heftigen Ängsten umklammerten wortwörtlich mein Herz und wirkten mit immenser Kraft darauf ein. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass diese Gefühle das wirklich tun können. Das Herz ist gebrochen, wenn ein geliebter Mensch stirbt und es braucht sehr viel Zeit, um diesen Bruch zu heilen. Eine Narbe wird immer bleiben, ein gefühltes Loch, das den fehlenden Platz darstellt. Immer wieder erzählen mir trauernde Menschen, dass sie Herzrasen hätten und auch ein Stechen verspüren. Natürlich sollte in erster Linie trotz allem immer ärztlich abgeklärt werden, was dahinter steckt. Dies gilt für alle Symptome! Meistens jedoch ist es die Trauer, die einfach verdammt weh tut.

Was du tun kannst:

Viele meiner Übungen enthalten ein eigenes Handauflegen im Brustbereich. Diese Berührung am Herzen löst ganz viel Wärme aus und kann sehr heilsam auf uns wirken, besonders dann, wenn wir leichte kreisende Bewegungen machen. Das Auflegen kann auch einen Tränenfluss auslösen, der das Herz ein Stückchen mehr erleichtern kann. Denn Weinen ist der Ausdruck eines gebrochenen Herzens. Eine ruhige, ausgelassene Atmung ist dabei ebenso wichtig. Versuche ganz tiefe und bewusste Atemzüge zu nehmen, durch die Nase einatmen und durch den Mund wieder ausatmen. Mir hat es immer geholfen, mir ans Herz zu fassen und ruhig zu atmen, während ich tief schluchzend da gesessen bin und traurig war. Vielleicht kann es auch dir ein bisschen Wärme und Trost schenken.

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2. Müdigkeit/Erschöpfung

Traurigkeit und viel Weinen zieht uns nicht nur das Wasser aus den Augen, sondern auch die Energie aus dem gesamten Körper. Er fühlt sich schwer wie Blei an. An besonders tränenreichen Tagen hatte ich kaum Kraft gefunden mir Essen zuzubereiten, geschweige denn aus dem Haus zu gehen. Alles war dann schnell zu viel und ich war vollkommen erschöpft.

Was du tun kannst:

Ich könnte jetzt schlau sagen: schlafen. Wäre da nicht der dritte Punkt, der folgt 😉 Denn Schlafen ist für viele ebenso kaum möglich, trotz Müdigkeit. Was aber hilft dann? Bewusstes Erholen. Was bedeutet das wohl? Sich bewusst Zeit zu nehmen, um in eine Ruhe zu kommen. Mir hat damals immer geholfen, wenn ich ruhige, entspannte Musik einschaltete und dabei einfach auf der Couch lag. Immer wieder kamen mal die Tränen, aber das war dann so auch ok. Termine, die nicht sein mussten und dringend waren, strich ich aus meinem Kalender. Oder ich habe Freunde um Hilfe gebeten, zum Kochen, zum Essen bringen, zum Einkaufen helfen. Sodass ich meine dringend benötigte Restenergie für mich und meine Erholung verwenden konnte.

Außerdem haben mir Spaziergänge an manchen Tagen wieder Kraft geschenkt. Hä, wie das, fragst du jetzt? Du kennst bestimmt, wenn wir lange daheim sitzen und müde werden vom Nichts-Tun. Genauso ging es mir dann oft auch an solchen Tagen. Ich wurde noch erschöpfter, weil ich regelrecht gar nichts mehr tat. Sanfte Bewegung kann hier manchmal ein Stück weit die Erschöpfung nehmen, weil durch die Herz-Kreislaufaktivität das System grundlegend gestärkt wird, frische Luft immer dem Körper gut tut und auch die Natur sehr heilsam auf unseren Körper einwirkt. Es hat mir auch immer eine kleine Verschnaufpause vom Weinen geschenkt. Dabei ist nicht die Dauer wichtig, sondern dass du es machst. 10 Minuten reichen schon, um ein bisschen Kraft zu holen und durchzuatmen. Spüre dabei in dich hinein, was du heute brauchst. Ich hatte genügend Tage, an denen ich keinen Spaziergang schaffte oder machen wollte, an anderen Tagen wiederum spürte ich, dass es mir gut tun könnte. Bereut habe ich mit Sicherheit keinen einzigen Spaziergang. 🙂

3. Schlafprobleme

Trotz der beschriebenen Erschöpfung haben viele Trauernde Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Sobald ich mich ins Bett legte, übermannte mich erneut die Traurigkeit. Meine Gedanken kreisten um den Tod meiner Schwester und ich hatte teilweise sehr starke Ängste und Panikattacken. Wenn ich es dann mal schaffte einzuschlafen, wachte ich meist durch schwere Alpträume wieder auf und das ganze Spiel begann von vorne. Kein Wunder also, dass die Müdigkeit sich dann auch durch den Tag hindurchzog.

Was du tun kannst:

Wenn du zum Bespiel vor lauter Weinen und Gedankenkreisen nicht einschlafen kannst, dann bringt es auch wirklich nichts daliegen zu bleiben und darauf zu hoffen. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass das dann oft länger dauerte, als wenn ich nochmal etwas aktiv dafür tat.

4. Kopfschmerzen

Trauer macht einen nachdenklich. Ständig dreht sich alles im Kopf darum, wie dieses neue Leben nun gelebt werden kann, wie diese Veränderung überlebt werden soll und ohne den Menschen weitergemacht werden könnte. All diese Gedanken bringen Gefühle hervor und so ist es manchmal ein regelrechter Teufelskreislauf. Dadurch können häufig Kopfschmerzen entstehen. Ich hatte anfänglich geglaubt nun an Migräne zu leiden, so heftig waren meine Kopfschmerzen an manchen Tagen. Kopfweh ist ein stark lähmender Schmerz, denn nichts sonst kannst du mehr tun, sobald er auftritt. Dir platzt wortwörtlich der Schädel.

Was du tun kannst:

Du könntest dir alle paar Stunden eine Schmerztablette einwerfen. Aber, ob du dem Körper, der ohnehin schon geschwächt ist, damit wirklich etwas Gutes tust, sei dahin gestellt. Früher habe ich auch immer bei jedem Wehwehchen eine Tablette eingeworfen und weiter gemacht. Diese Strategie erwies sich allerdings eher als zermürbend statt erfolgreich. Denn der restliche Körper wurde zunehmend schwächer und erschöpfter. Wenn dein Körper schmerzt, dann spricht er mit dir und braucht ein Hinsehen und Ruhe, statt ein Betäuben und Ignorieren. Das habe ich definitiv gelernt. Wenn ich heute also vor lauter Weinen oder weil es mir grad nicht gut geht Kopfschmerzen habe, dann lege ich mich hin. Zusätzlich bereite ich mir einen kalten Waschlappen, den ich mir auf die Stirn, den Kopf lege. Oder ich massiere sanft meine Schläfen, oder lass mich massieren 😉 Denn oft kommt der Kopfschmerz auch von der restlichen Anspannung im Körper, die Trauer mit sich bringt und dann auf den Kopf einwirkt. Also lieber erstmal mit dem Körper in Kontakt kommen und erst wenn es gar nicht mehr auszuhalten ist, zur Schmerztablette greifen.

5. Verspannungen

Wenn ich noch heute bei meinem Physiotherapeuten liege, spürt er die Verspannungen von damals. Sie hatten sehr starke, weitreichende Folgen bei mir. Besonders stark unter Spannung stand mein Kiefer durch die Panikattacken. Das hat sich dadurch verschoben und ich kann meinen Mund nicht mehr ohne ein Verschieben schließen und öffnen. Daran arbeite ich heute noch. Wenn wir ordentlich traurig sind, dann ziehen wir immer wieder unbewusst unsere Schultern ganz hoch und verkrampfen in diesem Bereich. Dazu kommt das Funktionieren im Alltag, wo wir ebenfalls eine ähnliche Haltung einnehmen. Sozusagen möchten wir uns in unseren Panzer zurückziehen, aus Angst von außen könnte etwas triggern. Unsere Schultern hängen nach vorne, wir gehen gebückt und sitzen gebückt. Mit der Zeit verspannen sich die Muskeln und verhärten im schlimmsten Fall, sodass sich Nackenschmerzen ausbreiten und auch Rückenschmerzen entstehen können.

Was du tun kannst:

Andere körperliche Reaktionen

Was du tun kannst:

In all diesen Fällen kann ich dir nur immer wieder raten: Höre auf deinen Körper. Er spricht, ganz laut! Folge seinem Gerede, auch, wenn es nicht leicht ist, aber Hinhören und Folge leisten sind es wert und schafft erneut Lebensqualität. Hab Geduld und gib deinem Körper Zeit!

Wenn wir unserem Körper freundschaftlich begegnen, dann wird er uns dafür danken… Ein sehr gutes Buch dazu ist: Freunde fürs Leben von Melanie Wolfers:

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Was hast du vielleicht an körperlichen Folgen erlebt? Wie bist du damit umgegangen? Schreibe es gerne in die Kommentare!

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