tanzen seele

Tanzen ist Bewegung. Tanzen bedeutet Freiheit und sich nach seinen Gefühlen und zum Takt der Musik zu bewegen. Ich habe mein Leben lang gerne getanzt. Nachdem meine Schwester sterben musste, hatte ich Angst diese Lust am Tanzen zu verlieren. Dem war nicht so. Mein Körper hat regelrecht danach verlangt zu tanzen und sich zu bewegen. Doch ausgehen wollte ich nicht mehr wirklich. Das hat mir besonders am Anfang keinen Spaß mehr gemacht. Bis heute gehe ich weiter ungern aus. Vor allem auch, weil ich kaum mehr Alkohol trinke und all die Besoffenen um mich herum kaum ertrage. Kennst du das vielleicht auch seit deinem Verlust? Aber manchmal verlangt mein Körper wieder danach mit anderen Menschen gemeinsam zu tanzen. Hierfür habe ich zwei Konzepte entdeckt, die mir als Trauernde vor allem das Ausgehen weiterhin ermöglicht haben und ich mich dabei super glücklich und wohl fühle.

*enthält unbezahlte Werbung

Wirf deine Schuhe weg und tanz
Lass die Musik deinen Körper erobern
und deine Seele
Schließe die Augen und träume
Tanze und träume und tanze die Liebe
Tanze und träume und tanze das Leben
Tanze und tanze und tanze
Omal

Silent Disco

silent disco

Silent Disco 2013

Nach dem Tod meiner Schwester stand ich eines Nachmittags alleine im Wohnzimmer. Meine Gefühle konnte ich kaum auseinander halten und spüren, so viele waren es auf einmal. Ich verspürte innerlich den Drang danach mich zu bewegen, zu schreien und zu weinen. Zu dieser Zeit machte ich noch keinen Sport. Aber Tanzen, das tat ich schon immer gerne. Ich nahm meine Kopfhörer und drehte laute, wilde Musik auf. Dazu bewegte ich mich einfach wie es mir gerade in den Sinn kam. Nach und nach löste sich in mir eine Gefühlswelle nach der anderen. Ich schluchzte, im nächsten Moment schrie ich und dann musste ich plötzlich wieder lachen.

 Und ich tanzte und sprang durch die Gegend, bis ich erschöpft auf die Couch gesunken war. Danach fühlte ich mich einfach nur frei.

Auch Larissa tanzte für ihr Leben gerne. Wir waren auf vielen Konzerten und Partys und hatten dabei immer unseren Spaß. Nach ihrem Tod wollte ich nicht mehr auf Partys gehen. All die Menschen um mich herum erdrückten mich mit ihrem Frohsinn. Doch eine Party gab es, welche ich im Oktober 2013, kurz nach ihrem Tod, besuchen musste. Ursprünglich war nämlich geplant, dass wir dort, erstmalig gemeinsam, hingehen würden. Nun war ich alleine und wollte trotzdem hingehen, weil ich es ihr doch versprochen hatte. All meine Freunde kamen als Unterstützung mit.

silent disco

Auch Larissa war auf eine neue Art und Weise dabei!

Ein eigenes Konzept von Party, das sich Silent Disco nennt. Die Musik wird von zwei DJs auf einer Bühne gespielt. Allerdings hörst du keine Musik im Raum. Denn diese wird nur über spezielle Funk-Kopfhörer gespielt. Und beide spielen unterschiedliche Musikrichtungen. Dadurch kannst du dich vollends auf die Musik konzentrieren, abschalten und musst nicht zwingend mit anderen Leuten reden. Das perfekte Konzept für mich als Trauernde. Ich konnte laut mitgrölen, auch wenn andere das hörten, jeder kreischte ohnehin laut mit. Ich konnte wild über die Tanzfläche fegen, mich in der Musik verlieren, mich meinen Gefühlen widmen und sie nach außen tanzen. Ich konnte lachen und weinen, singen und kreischen und niemand hat sich gestört gefühlt. Und am Ende konnte ich erschöpft nach Hause gehen und ausgelassen schlafen. Eine Seltenheit zu der damaligen Zeit. Beinahe auf jeder Silent Disco konnte man mich finden. Das Schönste daran sind die Veranstaltungen, die draußen stattfinden. Dadurch fühlt man sich einfach noch freier.

Du möchtest vielleicht mit mir zusammen tanzen? SeelenSport enthält natürlich auch einige Tanzelemente. In meinen Workshops und auch in den Kursen werden ordentlich die Hüften und die Gefühle geschwungen. Schau vorbei und tanz mit!

Wake up & dance!

Weil ich nun mal eben auch seit dem ich mit dem Sport begonnen habe, nur sehr selten wirklich Alkohol trinke und ich es einfach unangenehm finde, beim Ausgehen ständig von irgendwelchen Besoffenen bedrängt zu werden, habe ich ein zweites Konzept für mich entdeckt, bei dem ich gelassen tanzen kann. Es nennt sich Wake up & dance! Wie der Name bereits schon sagt, findet das ganze in der Früh statt, ziemlich früh. Um 6.30 an Donnerstagen (1x im Monat) kann man bei einem wirklich lustigen und tollen DJ nicht nur das Tanzbein schwingen, sondern auch einen köstlichen Brunch genießen, eine Yoga Einheit mitmachen und noch andere Kleinigkeiten wie Massagen oder Maniküre erhalten. Alles im Preis inkludiert. Und jeden Cent wert. Keine betrunkenen Leute um dich herum, sondern alles Menschen, die nach diesem Event voller Energie in die Arbeit gehen. Ein wahrhaft gelungenes und tolles Konzept, das mich jedes Mal unbeschreiblich glücklich gemacht hat. Leider findet das Event bis dato nur in Wien statt und ich muss sagen, seitdem ich wieder in Tirol lebe ist es das einzige, was ich hier wirklich vermisse. An alle Wiener also, schaut vorbei und lasst euren Gefühlen freien Lauf!

In meinen Trainingsvideos hast du bestimmt auch schon bemerkt, dass nach jedem Training immer getanzt wird! Es hilft mir nach jeder Einheit all meine Gefühle nochmals bewusst raus zu schütteln und sie nach außen zu transportieren. Außerdem sehe ich vor mir immer meine Schwester, wie sie jeden Schritt gemeinsam mit mir tanzt und ich fühle mich ihr viel näher.

Wenn du noch nicht so weit bist und auch nicht bereit für all die Menschenmassen, dann ist das auch vollkommen ok. Schnapp dir inzwischen deine eigenen Kopfhörer und tanz deine Gefühle raus!


Wie geht es dir mit dem Tanzen in der Trauer? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Bei dem Beitrag handelt es sich um eine unbezahlte Kooperation. Alle Aussagen entsprechen meiner eignen Meinung. 

Beitragsbildcredit: Adrian Almasan