Adventszeit und Trauer

Die Adventszeit kann für Trauernde eine echte Herausforderung darstellen. Um einen herum scheinen alle glücklich zu sein und sich feuchtfröhlich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Währenddessen geht es dir von Tag zu Tag schlechter und du entwickelst eine regelrechte Angst vor Weihnachten und der Adventszeit. Was du in dieser Zeit unbedingt vermeiden solltest, um besser durch diese Adventszeit zu kommen, verrate ich dir im Artikel.

Meine Schwester starb im September 2013. Das bedeutete kurze Zeit später eine intensive Adventszeit ohne sie. Ich habe es überstanden und überlebt, aber drei große Fehler hab ich gemacht, die ich heute so nicht mehr tun würde. Damals wusste ich es nicht besser, ich überlebte einfach nur. Wir alle machen Fehler, haben nicht gelernt mit solchen Extremsituationen in einer leistungsorientierten Spaßgesellschaft umzugehen. Deshalb verurteile dich auch nie dafür, wenn du mal einen Weg eingeschlagen hast, der nicht so toll war im Nachhinein. Das passiert doch jedem einmal. Trotzdem können wir auch voneinander lernen und vielleicht kannst du so wenigstens diese drei Tücken umgehen.

Adventszeit und Trauer: (Zu viel) Alkohol trinken

Die Adventszeit ist dafür bekannt, dass viele schnell mal über ihren Durst trinken. An jeder Ecke wartet der nächste Glühweinstand oder eine X-mas Party. Das kann ziemlich verlockend sein. Also habe ich mitgetrunken und zwar meistens mehr, als wie ich vertrug. Ich spürte schnell, dass mir der Alkohol im Moment half, den Schmerz nicht so stark spüren zu müssen. Erst waren es ein bis zwei Tassen, dann wurden es immer mehr, bis ich schließlich täglich Glühwein und dann auch noch Spirituosen in mich hineinschüttete.

Diese Methode funktionierte nur bedingt, ehrlich gesagt, gar nicht. Es ging mir am Morgen danach jedes Mal furchtbar miserabel, körperlich als auch seelisch. Dadurch schlitterte ich beinahe in ein Suchtverhalten, aus dem ich erst mit Frühjahr 2014 wieder richtig herauskam.

Mein TIPP: Du musst nicht komplett auf jeden Glühwein verzichten. Beobachte dich aber selbst, warum du gerade einen trinkst. Weil es schmeckt und du in einer netten Gesellschaft bist? Oder weil du den Schmerz nicht spüren willst und dich betäuben magst? Bei zweitem rate ich dir dringend, andere Methoden heranzuziehen und auf alkoholfreien Punsch umzusteigen. Hol dir Hilfe, wenn du alleine damit überfordert bist! Du musst dich da nicht alleine durchkämpfen!

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Das tun was andere sagen oder von dir erwarten

Bereits in unserer Kindheit lernen wir uns schnell anzupassen und zu gehorchen. Nein sagen oder die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und in den Vordergrund zu stellen, können viele gar nicht mehr. Besonders in der Trauer ist es aber wichtig seine Grenzen zu kennen und für diese einzustehen.

In der Adventszeit sind von allen Seiten die Erwartungen enorm. Du sollst auf jeder Party antanzen, fröhlich sein, Geschenke mitbringen, feiern, friedvoll sein und bloß nicht streiten, Geschenke besorgen usw. Von einer besinnlichen Zeit sind wir da oft meilenweit entfernt. Aber genau das brauchen wir meist, wenn die Trauer in der Adventszeit hohe Wellen schlägt: Ruhe, Erholung, Verständnis, Rückzug und Geborgenheit.

Mein TIPP: Achte auf deine Grenzen! Du musst den Erwartungen der anderen nicht gerecht werden. Trau dich auch mal Nein zu sagen und deine Bedürfnisse klar auszusprechen. Vermeide es immer ja zu sagen, da dein Energielevel nur begrenzt ist. Es ist schwer, nicht wie vor dem Verlust mithalten zu können, aber es wird wieder eine andere Zeit kommen. Jetzt braucht dich dein Körper und deine Seele mehr als sonst. Höre ihnen zu, was sie brauchen und gib es ihnen. Wer von deinen Freunden das in dieser Zeit nicht versteht, hat den Sinn dieser Zeit generell nicht verstanden und sollte auch nicht auf deiner Freundschaftsliste stehen.

Nicht bewegen und nur drin sein

Draußen hängt der Nebel und der erste Schnee nieselt herab. Brrrr, ganz schön kalt geworden. Da hat man doch einfach nur Lust sich drinnen zu verkriechen und unter eine Decke zu kuscheln. Das tut gut und hilft Ruhe und Entspannung zu geben. Jedoch nicht, wenn wir nur noch das tun. Wir haben einen Körper, der Bewegung als essentiell empfindet und nur drin sein schwächt das Immunsystem.

Mein TIPP: Du musst nicht beim ärgsten Schneesturm rausgehen, aber ein kurzer 10-20 Minuten langer Spaziergang 4-5 Mal die Woche kann deinen Serotoninhaushalt füllen, dich von innen heraus stärken und dir helfen deine Emotionen ein wenig abzuladen, die sich beim rumgammeln aufstauen.

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Was würdest du noch in der Adventszeit vermeiden? Schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!