Er ist in aller Munde und Hände, wird übertragen und weitergegeben: Der Coronavirus hält uns alle in Atem. Viele haben Angst selbst daran zu erkranken und im Ernstfall zu sterben. Wir sind mit einer Hilflosigkeit und einem Zustand ausgeliefert, der sich schrecklich anfühlt. Keiner weiß was kommt, wie es weitergehen soll, wie es mit dem Arbeitsplatz ausschaut. Sorgen über Sorgen, Angst vor der Quarantäne, des engen Zusammenlebens über zwei Wochen. Als es in China hieß, dass nun keiner mehr die Wohnung verlassen darf, habe ich an eine ganz besondere Personengruppe gedacht: Frauen, die in häuslicher Gewalt leben! Denn sie trifft es damit besonders hart.

Nachdem meine Schwester im September 2013 von ihrem Freund ermordet wurde, hatte ich ein Jahr später eine Beziehung zu einem Menschen, der mir psychische Gewalt antat. Wenn ich frühmorgens aufstand und nicht nach seinen Wünschen funktionierte, begann bereits das Gebrüll, Sachen wurden mir hinterhergeschleudert. Kam ich Abends nach Hause ging es bis zum Bett gehen so weiter. Mit Drohungen hat er mich an sich gebunden. Aus Angst, mir könnte dasselbe passieren, wie meiner Schwester habe ich es über Monate nicht geschafft mich zu trennen. Bis ich eines Tages einfach geflohen bin und bei Freunden unterkam. Am Ende habe ich es geschafft und habe überlebt. Denn fast immer beginnt häusliche Gewalt mit psychischer, geht dann über in physische, bis sie schließlich zum Mord führen kann.

Der Coroanivurs wütet um sich. Die Fallzahlen steigen und damit auch die politischen Maßnahmen. Firmen empfehlen Home-Office zu machen. Menschen, die in Kontakt mit Infizierten kamen, müssen in Quarantäne. Als ich das selbst so verfolgte, musste ich schlagartig an diese Zeit in der giftigen Beziehung zurückdenken. Wenn das damals mit dem Coronavirus passiert wäre, weiß ich heute nicht, was alles an Gewalt gefolgt wäre.

Jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer von Gewalt durch den Partner. Offizielle Zahlen sprechen von weit über 100.000 Frauen, die jährlich häusliche Gewalt erleben (Sie machen etwa 90 Prozent der Gesamtgewalt durch Partner aus – Männer als Opfer sind weitaus seltener betroffen) Jede fünfte aber holt sich nur Hilfe, weshalb die Dunkelziffer enorm viel höher ist.

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Das große Problem dahinter

Die Coronavirus-Situation bringt uns alle an die Grenzen, auch an unsere emotionalen. Wir sind überfordert, haben vielleicht Angst, sind wütend, weil Veranstaltungen gestrichen wurden, weil wir um unsere Jobs bangen müssen. Ein emotionaler Kochtopf und eine Gesellschaft, die verlernt hat zu fühlen und damit umzugehen. Über eine bestimmte Zeitspanne auf engstem Raum mit Partnern/Familie zu sein, bedeutet in den besten Beziehungen bereits Konflikte. Gab es diese aber schon vorher, können noch weitere folgen, möglicherweise kommt es zur Trennung/Scheidung. Schlimmstenfalls zu häuslicher Gewalt.

Männer, die häusliche Gewalt ausüben, können am wenigsten mit herausfordernden Situationen umgehen, nach außen schon, aber innerhalb der vier (sicheren) Wände, lassen sie dort dann ihren Emotionen freien Lauf. In ihren Augen liegt die Schuld für die Situation bei der Frau, immer.

Bist du einer dieser Männer und möchtest nicht mehr gewalttätig sein, kannst du dir HIER Hilfe holen! Tue es bevor es zu spät ist!

Hatte ich zum Beispiel keine Lust auf ein bestimmtes Essen, das auf seinem Speiseplan stand, war ich eine undankbare Hure. Funktionierte der Fernseher nicht, musste ich es ausbaden. Davon gibt es noch hunderte Beispiele…

Diese Männer reagieren sich immer an ihren Frauen ab, mit Worten, mit Gegenständen, mit Schlägen.

Stellen wir uns vor, ein solcher Mann muss nun Home-Office machen? Oder wird mit seiner Frau in Quarantäne gesteckt. Wer wird dann für seine Situation verantwortlich gemacht werden? Nicht der Virus. Nicht der Staat. Nur die Frau allein.

Ich war damals froh, arbeiten gehen zu können, um mögliche Auswege aus diesem Gewaltalltag finden zu können, mich um Hilfe zu kümmern. Das war meine einzige Chance, meine einzige Möglichkeit. Denn in der Wohnung selbst bist du vollkommen ausgeliefert, schutzlos und verloren.

Wie können wir hier nun besonders helfen?

Viele Menschen wohnen Wohnung an Wohnung. Wenn Gewalt passiert, dann passiert sie oft auch laut, bzw. geht ein Streit voraus. Wenn du als Nachbar/Nachbarin Schreie hörst, dann wähle unbedingt die Nummer der Polizei! Kontaktiere nicht die Geschädigte selbst, denn der Mann wird ziemlich sicher das Handy beschlagnahmen und die Frau wiederum dafür verantwortlich machen, sprich schlagen.

Wenn dir bereits öfter schon aufgefallen ist, dass deine Nachbarin/Freundin/Kollegin ängstlich wirkt gegenüber ihres Partners, oder von solchen Situationen sogar erzählt hat, dann kontaktiere bei Auftreten der Quarantäne oder auch bei Home-Office die Fraunehelpline in Österreich oder die Frauenberatung in Deutschland. Berichte von deiner Sorge und sie können dich weiter beraten, was du tun kannst. Du kannst dich dort auch grundsätzlich informieren, sollte jemand in deinem Bekanntenkreis betroffen sein.

Auch der Standard hat darüber geschrieben!

Denn am Ende dieser Virus-Krise sollten zu den ohnehin schon möglichen Sterbefällen durch die Krankheit, nicht noch zahlreiche Morde dazu kommen. Helfen wir dabei dies zu verhindern!

Du hast selbst einen geliebten Menschen verloren? Hol dir meine SeelenSport® Übung Sextant zum Mitmachen und ein kleines Notfallblatt für deine Trauer!

Du erhältst regelmäßig hilfreiche Tipps rund um Trauer und Bewegung und kannst dich jederzeit wieder austragen.


Jedes Jahr am 20. Juni, der Geburtstag meiner verstorbenen Schwester Larissa, findet der SeelenLauf statt. Mach mit und hilf mir Spenden für das Frauenhaus Tirol zu sammeln!

Hast du noch Ideen, wie wir solchen Frauen während der Coronazeit helfen können? Poste es in den Kommentaren!