Auch nach 13 Jahren merke ich rund um den Todestag meiner Schwester Larissa, wie sehr Trauer mein Denken, meinen Körper und meinen Alltag beeinflusst. Dieses Jahr war das Wochenende davor besonders intensiv. Mein Kopf war durcheinander, meine Konzentration kaum vorhanden und selbst einfache Situationen wurden plötzlich zur Herausforderung. Gleichzeitig habe ich wieder gespürt, wie wertvoll SeelenSport® für mich geworden ist: nicht, weil dadurch alles leicht wird, sondern weil ich Werkzeuge habe, auf die ich mitten in einer Krise zurückgreifen kann.
Trauer kann unser Arbeitsgedächtnis regelrecht einnehmen. Ich habe Preise falsch gelesen, naheliegende Lösungen nicht gesehen und mich in Gedanken immer wieder in schlimmsten Szenarien verloren. Dazu kamen körperliche Reaktionen wie Schmerzen in meinen Füßen, Knien und Gelenken. Für mich zeigt sich darin immer wieder, wie eng Körper und Seele miteinander verbunden sind.
Handlungsfähig bleiben, auch wenn die Angst da ist
Besonders deutlich habe ich das bei einer Wanderung gespürt. Als mein Sohn eine giftige Herbstzeitlose berührte, schoss sofort die Panik durch meinen Körper. Später wurde ich auch noch von einer Biene gestochen. Früher hätten mich solche Situationen wahrscheinlich völlig überwältigt. Heute kann ich auf meine Übungen zurückgreifen. Atmen, Druck aus dem Körper lassen, meine Gedanken unterbrechen und mich wieder im Hier und Jetzt orientieren.
Genau das bedeutet SeelenSport® für mich: Die Angst oder Trauer muss nicht verschwinden, damit ich wieder handlungsfähig werde. Ich darf traurig sein. Ich darf Angst haben. Und trotzdem kann ich lernen, mich selbst durch diese Momente zu begleiten. Manchmal bedeutet das auch, langsamer zu werden und meinem Körper zuzuhören: Ich spüre dich. Ich höre dich. Ich sehe dich. Und genau darin liegt für mich unglaublich viel Kraft.

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