Wenn wir an Biografien denken kommen uns meist die richtig berühmten in den Sinn, von großen Menschen, die die Welt verändert haben und die eine ordentliche Bekanntheit haben. Wir bewundern diese Menschen, können uns aber oft nicht gut damit identifizieren, noch weniger, wenn uns ein schweres Schicksal überwältigt hat. Dann kommt eine andere Art von Biografie ins Spiel, nämlich Schicksalsgeschichten von Menschen, wie du und ich. Warum sie so wichtig für Trauernde sind und welche drei ich dir besonders empfehlen kann, kannst du hier nun lesen.

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Biografien erzählen immer aus dem persönlichen Leben eines Menschen. Manchmal tun sie das von der Geburt bis ins hohe Alter, oft aber zeigen sie nur einen Ausschnitt aus dem Leben. Bei Schicksalsbiografien beleuchten sie genau das Schicksal und den Umgang damit.

Die Suche nach Hoffnung

Nachdem meine Schwester ermordet wurde, saß ich oft auf der Couch und grübelte danach, ob ich wirklich wieder glücklich sein könnte. War es möglich nach einem Mord an deinem liebsten Menschen wieder aus vollstem Herzen lachen zu können? Hat das schon mal jemand so erlebt und geschildert? Ich suchte also eifrig nach Büchern und Menschen, die Ähnliches erlebt hatten. Doch ich tappte ins Leere. Ich war noch mehr verängstigt und hoffnungslos. „Wenn darüber kein Mensch geschrieben hat, dann kann es wohl nicht mehr gut werden“, dachte ich ständig.

Irgendwann aber kam meine Kraft zurück und ich spürte langsam auch wieder eine Lebensfreude aufflackern. Plötzlich wusste ich: Ich muss ein Buch dazu schreiben, damit nicht noch ein Mensch nach einem Mord so verzweifelt nach Hoffnung sucht und keine findet.

Warum sind Biografien wichtig für uns?

Das geben uns nämlich solche Geschichten von Menschen, die Schlimmes erlebt und einen Weg gefunden haben, um mit dem Schicksal gut leben zu können. Sie zeigen die Abgründe der tiefen Trauer und beim Lesen hast du das Gefühl, dass die Person von dir spricht. Dadurch fühlen wir uns nicht so alleine und es zeigt uns, dass wir vollkommen normal sind und es anderen ähnlich geht. Denn offen sprechen tun nur die wenigsten in unserer Gesellschaft. Woher sollen wir also wissen, wie ein solcher Weg verlaufen kann, was vielleicht helfen könnte und was nicht? Natürlich lenkt uns auch unser instinktives Trauern, aber trotzdem ist es schön auch andere Geschichten zu lesen.

Wir können aus solchen werken also Mut und neue Kraft schöpfen, Ideen sammeln und sind aufgerufen zur Selbsthilfe, um ins Tun und Handeln zu kommen. Allerdings kann der Vergleich dies auch ein bisschen zunichte machen. Wenn wir noch am Anfang unserer trauerreise stehen und solche „Erfolgsgeschichten“ lesen kann das auch auslösen, dass wir uns minderwertig fühlen und uns einreden, wir könnten das so nicht hinbekommen. Was absolut nicht stimmt und vor allem, muss es SO nicht hinbekommen werden. Nimm solche Geschichten also eher zum Anlass dich mit dir und deinem weg intensiver auseinanderzusetzen, anstatt dich runterzuziehen. Jeder Weg ist einzigartig und gut wie er ist.

Die eigene Biografie schreiben

Genau deshalb kann es auch besonders hilfreich sein, seine eigene Geschichte zu verschriftlichen. Das muss nicht gleich ein herausragendes Buch sein. Es kann auch in einer Art Tagebuch geschehen. Das Aufschreiben hilft dabei, sich selbst zu reflektieren, Gefühle und Gedanken zu sortieren. Wenn du dann später reinliest wirst du erkennen, wie viel du schon geschafft hast und wirst ein stolzes Gefühl in dir tragen.

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Drei Biografien

Ich habe drei Bücher gewählt, die ein breites Spektrum bieten. Eine Mutter, die ihr Kind durch einen Unfall verloren hat, eine junge Frau, deren Mann durch eine Krebserkrankung starb und eine Schwester, die ihre Schwester durch Mord verloren hat (ja das bin ich). Es gibt noch so viele mehr, aber diese kenne ich persönlich und kann sie deshalb empfehlen. Wahrscheinlich werde ich die Liste aber immer wieder erweitern.

Ein Stück untröstlich

Anja Pawlowski erzählt in diesem unkonventionellen Buch vom Umgang ihrer Trauer um ihren Mann. Er starb 2014 an einem Hirntumor. Das Buch setzt aber erst 2017 an und erzählt berührend und erfrischend zugleich aus ihrem neuen Alltag, mit kleinen Rückblicken. Unkonventionell weil es nicht einfach chronologisch eine Geschichte erzählt, sondern aus vielen Gedanken und Themen zusammengewürfelt berichtet. Das macht es so besonders und einzigartig. Jede Zeile holt dich im Herzen ab und wirkt so lebendig, als würde Anja direkt daneben stehen. Ein Büchlein, das einen wahrhaftig abholt und tröstet.

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Weiter als das Ende

Flor Schmidt berichtet vom schrecklichen Unfall ihres Sohnes, der mit nur 17 Jahren stirbt. Mit einer unglaublichen Kraft zieht sie einen in das Buch hinein, fesselt und berührt bis ins Mark. Sie zeigt ihren Weg mit der Trauer und wie für sie ein neues Leben beginnt, das nicht nur Schmerz bereithält sondern vor allem tiefe Liebe und ein Vertrauen ins Leben. Absolut lesenswert!

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Larissas Vermächtnis

Ja das ist mein Buch. Was schreibt man über sein eigenes Buch? Was die meisten darüber berichten war eindeutig: schonungslos ehrlich und authentisch. Ich habe mit dem Buch versucht auch die unschönen Situationen realistisch und klar darzustellen, habe kein Blatt vor den Mund genommen und kritisiere auch stark. Die Trauerarbeit innerhalb einer Familie beschreibe ich ausführlich und meinen Weg vom Mord bis zur Verhandlung. Trotzdem herrscht die tiefe Liebe zu meiner Schwester in jeder Zeile vor und wie aus dieser etwas Neues und Wertvolles entstand, nämlich der SeelenSport.

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Du hast selbst solche Biografien gelesen, das dir geholfen hat? Dann schreibe es gerne in die Kommentare!