Es ist soweit. Montag, den 06. April ist mein Buch draußen! Ein Buch, das unter Tränen und aus einer unfassbar großen Liebe heraus entstanden ist. Die Liebe zu meiner Schwester, der dieses Buch gewidmet ist. Ein Tag, den ich doch eigentlich mit ihr teilen sollte, den sie erleben sollte. Nur, wenn das so wäre, würde es dieses Buch nicht geben. Daher schwingen Traurigkeit, Wut, Schmerz und Sehnsucht mit, in diesen Tagen. Hier gewähre ich dir einen ersten Einblick in diese Reise, diese neun Monate. Eine Leseprobe, die dir dir ein Stück aus meiner Hölle zeigt, aber auch des Himmels, aus diesem wertvollen Herzensbuch.

Aus Kapitel: Prolog oder Warum ich dieses Buch geschrieben habe

Warum?
Stephen King erklärt in seinem Buch Das Leben und das
Schreiben
: » Eigentlich geht es nur darum, das Leben derer, die
Ihre Bücher lesen, und Ihr eigenes Leben zu bereichern. Es
geht darum, sich aufzuraffen, klarzukommen und loszulegen.
Es geht darum, glücklich zu werden, okay ? «
Ich möchte das Schicksal meiner Schwester und meinen
Umgang damit in die Welt hinaustragen. Weil sie mein großes
Vorbild war, wenn es darum ging, das Leben in seiner Vollkommenheit
zu genießen. Sie liebte jede Sekunde des Lebens, und ich hoffe, dich als Leserin oder Leser mit Larissas Lebensfreude anstecken zu können. Denn es ist diese Freude, die auch mich wieder ins Leben zurückgeholt hat.

Aus Kapitel: MONAT 1 „Wo bist du?“

Das Geständnis

Am Freitag, den 27. September 2013, war meine Schwester bereits
seit zwei Wochen verschwunden.
Ich hatte die Nacht bei Domi verbracht. Es war noch relativ
früh, als ich ein paar Anrufe in Abwesenheit auf meinem
Handy entdeckte, vorwiegend von meiner Familie, einer auch
von der Kripo. Ich rief als Erstes meinen Vater zurück. Er hob
beim ersten Läuten ab. Seine Stimme klang nervös : » Wo bist
du denn ? Die Kripo hat sich bei mir gemeldet. Wir sollen uns
bei dir in der Wohnung treffen. « Mein Vater hatte an diesem
Morgen einen Termin bei einer Versicherung in Innsbruck,
deswegen war er schon in der Stadt. Ich sagte ihm, dass ich
gleich da sein würde.
Auch Anna hatte bereits mehrmals versucht, mich zu erreichen.
Sie war ziemlich aufgebracht, als sie abhob : » Was ist
denn mit dir, Katrin ? Wo bist du denn ? Du sollst gefälligst zu
deiner Wohnung kommen, weil die Kripo gleich kommt. Papa
wartet dort auf dich ! «
Irgendetwas in Annas Stimme, ein Beben vor Wut, vor
Schmerz, schnürte mir die Kehle zusammen. Irgendetwas war
passiert, das spürte ich. Die Kripo rief ich nicht mehr zurück,
weil ich dachte, ich würde sie ohnehin gleich antreffen. In
wenigen Minuten hatte ich mich fertig gemacht. Domi wollte
mich begleiten. Die Gedanken kreisten wie verrückt in meinem
Kopf. Ich fragte mich ununterbrochen, warum die Kripo
denn so plötzlich zu mir nach Hause kommen wollte. Mein
Inneres war gespalten in zwei Teile. Der eine hoffte, dass die
Polizei Larissa gefunden hatte. Der andere fürchtete sich davor,
schreckliche Neuigkeiten zu erhalten. Um zehn kamen
Domi und ich bei meiner WG an. Vor dem Haustor fand ich
meinen Papa ungeduldig hin und her stapfen : » Wo warst du
denn nur so lange ? «
» Jetzt bin ich ja da, okay ? Was ist denn nur los, warum kommen
die denn jetzt plötzlich ? «, antwortete ich ihm schnippisch.
» Ich weiß es auch nicht genau. Anscheinend gibt es Neuigkeiten «, erklärte Papa.
Doch weit und breit war noch niemand von der Kripo zu
sehen. Wir gingen hoch in den ersten Stock, wo meine WG lag.
Im Zimmer lief ich hin und her. Mein Herz pochte wie Trommeln
eines Marschgefolges. Immer wieder trat ich ans Fenster,
um das Eintreffen der Kripo nicht zu verpassen. Dann war es
so weit. Ein großer Rettungswagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit
vor, und drei Leute stiegen aus. Auf dem Wagen erkannte
ich die Aufschrift » Kriseninterventionsteam «. Tausend
Gedanken überschlugen sich in meinem Kopf : Warum sie, warum
nicht die Kripo, was wollen sie von uns ? Wer sind sie ? Sind
das nicht die mit den schlimmen Nachrichten ? Wo ist die Kripo ?

Was machen die hier ? Ich bekam Panik, wollte wegrennen.
Dann klingelte es. Zu spät. Sie waren schon vor der Tür.
Ich machte ihnen auf, und sie begrüßten meinen Vater und
mich freundlich. » Dürfen wir reinkommen ? Und können wir
uns irgendwo setzen ? Ein ruhiger Raum wäre gut, Wohnzimmer
oder Küche ? Wir müssen mit Ihnen reden. «
» Klar. Wir können in die Küche gehen «, sagte ich wie ferngesteuert.
Ich zitterte am gesamten Körper und spürte einen
enormen Druck im Kopf. Scheiße. Ich will das hier nicht. Was
wollen die bloß mit mir reden ?
Wir bewegten uns in die Küche
und setzten uns um den Tisch. Links neben mir mein Vater,
rechts neben mir Domi, uns gegenüber diese fremden Menschen
in Rettungskleidung. Zwei Frauen und ein Mann waren
es, wenn ich mich richtig erinnere. Eine der Frauen begann zu
sprechen, dass sie uns etwas mitteilen müsse. In meinem Kopf tönte nur ein Nein in Dauerschleife. Vehement wehrte ich mich gegen das, was ich bereits ahnte. […]


Der Überlebenskampf begann. Und an mehr Tagen glaubte ich sterben zu müssen, als all das überleben zu können. Wo war ich hier plötzlich? Was für ein Film war das? Das konnte nicht meine neue Realität sein. Doch, wo auch immer die Hölle ist, da gibt es irgendwann auch wieder ein Stückchen Licht und Himmel zu sehen und spüren… sogar für mich.

Der wertvollste Besitz sind die Erinnerungen, die uns zeigen, was wir alles geschafft haben!

Aus Kapitel: MONAT 6 „Ich bin schwanger!“ – Ein neues und bewegtes Leben

SeelenSport für den trauernden Körper

An einem Nachmittag versuchte ich mich am ersten Workout.
Mein Zimmer war 25 Quadratmeter groß, genug Platz,
um mich auszutoben. Drei Übungen waren vorgesehen, eine
Ganzkörperübung, Kniebeugen und eine Bauchübung. Davon
sollte ich jeweils eine bestimmte Anzahl machen. Ohne mich
besonders aufzuwärmen, legte ich los und merkte bereits nach
den ersten zehn Wiederholungen, wie mir die Luft ausging.
» Unfassbar, wie unfit ich bin «, schnappte ich nach Luft.
Ich konzentrierte mich darauf, eine Übung nach der anderen
zu schaffen. Je höher die Anzahl, desto mehr drehte sich
mir der Kopf. Ich schwitzte und mein Körper zitterte.
Nach und nach drängten sich während der kurzen Durchschnaufpausen
Gedanken in meinen Kopf : Warum muss das
so anstrengend sein ? Warum muss ich diese Scheiße nur erleben
? Warum ist das alles mir passiert ?
Mit jeder weiteren Übung platzten zornige Schreie der Anstrengung
aus mir heraus. Hitze stieg mir in den Kopf und in
meine Fäuste. Der Drang, all den Schmerz sofort rauszulassen,
war zu groß. Meine glühende Faust knallte voller Wucht gegen
den Kleiderschrank : » Du verdammtes Arschloch. Ich hasse
dich ! Warum hast du das nur getan ! «
Ich hämmerte noch einige Male fest gegen den Schrank, bevor
ich unter Tränen auf den Boden sank. Ich atmete tief
durch, stand wieder auf und beendete das Work-out mit den
letzten Wiederholungen. Erschöpft sank ich auf meine Matte
und blieb dort liegen. Ein wildes Gefühlschaos breitete sich in
mir aus. Unerwartet lachte ich lauthals los. Es war ein erleichterndes
Lachen. Ich fühlte mich das erste Mal seit dem Tod
von Larissa einfach frei. Mein ganzer Körper bebte, die Muskeln
zuckten, und ich war glücklich, mich selbst so intensiv zu
spüren.
Ich lebe, schoss es mir durch den Kopf.
Wut und Zorn waren wie weggeblasen, und all der Ballast
fühlte sich für einen Moment ganz leicht an.


Ich muss gestehen, wenn ich dran denke, dass du dieses Buch bald in deinen Händen halten wirst, durchlesen und -fühlen, macht es mich nervös und ein bisschen ängstlich. Ein so intimes Thema und eine so detaillierte Beschreibung braucht viel Überwindung und Mut. Ich bin also gespannt, was es bei dir bewirkt und freue mich von dir zu lesen.

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