Krisen und Verluste passieren, in engem Ausmaß, wenn es eine Familie betrifft, in großem, wenn eine ganze Gesellschaft betroffen ist. Derzeit betrifft uns alle eine Krise: die Coronakrise. Ich selbst hatte schon einiges an Krisen erlebt, überlebt, meine schlimmste 2013. Wie Bewegung und Gefühle in Krisensituationen helfen können und was meine schlimmste Krise war, verrate ich dir hier!

Jeder Verlust und jede Krise bringt eine emotionale Achterbahnfahrt mit sich. Denn du hast etwas Bedeutendes verloren, dein Leben hat sich von heute auf morgen verändert und weitere Verluste folgen im Normalfall auf jeden einzelnen Verlust. Eine Krisen-Situation, die dich ordentlich durchschüttelt.

Hast du den ersten Schock durchgestanden, dann folgt das Realisieren und du wirst dir der Auswirkungen, die der Verlust auf dein Leben nun hat, deutlich bewusst. Noch mehr an Emotionen folgen. Doch wie sollst du damit umgehen? Weil du es nicht gelernt hast, kein Notfallbüchlein raus kramen kannst, fühlst du dich schnell überfordert und hilflos damit. Dann fragst du vielleicht nach Rat oder erzählst Freunden und Bekannten über deine herausfordernde Situation und deinem Gefühlschaos.

Bestenfalls triffst du auf jemanden, der gut damit umgehen kann und dich mit deinen Emotionen nun aushält. Meistens leider kannst du dir stattdessen Floskeln anhören, die dich noch mehr aufwühlen, verletzen und hilflos zurücklassen. Du hinterfragst deine Gefühle und dich selbst, stülpst deine Emotionen ins Innere und verdrängst.

Damit setzt du einen weiteren Hebel in Gang. Emotionen lassen sich zwar oberflächlich gut für ein paar Momente mal wegdrücken und beiseite schieben, aber in Wirklichkeit brodeln sie weiter in dir und deinem Körper. Sie versuchen sich dann ihren Weg ins Freie zu schaufeln, dich aufmerksam zu machen, dass sie noch immer da sind und gesehen werden wollen. Das zeigen sie dann über deinen Magen-Darm-Trakt, der Verdauungsprobleme aufweist, oder deinen Brustkorb, der ein Engegefühl ausstreut, deine Haut, die plötzlich Ausschläge bekommt oder deine Haare, die als kleine Büschel aus dem Kopf heraus fallen. Gefühle, die nicht gefühlt werden zeigen sich eben durch körperliche Symptome. Nur so können sie sich das notwendige Gehör verschaffen.

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Gefühle sind deine Lösung, nicht das Problem

Traurigkeit, Sehnsucht, Wut, Angst, Schuldgefühle sind einige der Emotionen, die sich unangenehm anfühlen, vor denen wir gerne weglaufen würden. Leider geht das eben nicht. Du hast vielleicht von außen keine Zustimmung für deine Gefühle erhalten, dann braucht es dich selbst und von dir aus eine Erlaubnis, das sich Selbstmitgefühl nennt. Denn deine Gefühle, auch oder sogar besonders die unangenehmen sind die Lösung, um die angenehmen wieder gut fühlen zu können.

Es gibt keine Abkürzung zum Glücklich sein nach einem Verlust oder in einer Krise, es geht nur mitten durch die unangenehmen Gefühle hindurch. Erst wenn sie ihre Beachtung bekommen haben, kannst du dich frei und erleichtert fühlen, Glück und Positives wieder zulassen.

Wie stellt man das dann an, sich durch zu fühlen und mit ihnen zu beschäftigen?

Ausdruck verleihen statt verdrängen!

Wenn du etwa traurig bist in einem Moment, dann weine, schmeiss dich in die Trauerwelle hinein und lass es rausrinnen, auch wenn es noch so weh tut und schmerzvoll ist.
Bist du wütend, schreie es nach außen, mach ein paar SeelenSport Wut Übungen, befreie dich von diesem Zorn.
Hast du Angst, erlaube dir sie zu spüren, bewusst im Körper wahrzunehmen und beginne dann mit Hilfe von gezielter Atmung sie loszulassen, Atemzug für Atemzug.
Quälen dich Schuldgefühle tue es ähnlich. Setze dich hin, spüre sie, lass sie da sein, verbiete sie dir nicht. Sie sind eine andere Art von Liebe zu einem Menschen, und diese kann vielleicht nur gerade so ausgedrückt werden. Dann beginne dir selbst Stück für Stück zu vergeben.

Lenk dich nicht ab, wenn eines dieser Gefühle kommt, sondern schenke ihm Zeit und Raum!

Weinen besteht aus Wasser und hat eine heilsame, befreiende Wirkung auf deinen ganzen Organismus.

Immer wenn ein unangenehmes Gefühl kommt, sprich mit diesem, als wäre es ein Freund, der zu Besuch kommt. Bitte ihn herein, biete ihm ein Tässchen Tee an und unterhalte dich im Stillen oder schriftlich mit diesem Gefühl.

Gerade das schriftliche Gespräch mit einem Gefühl kann zu mehr Klarheit oder Ordnung im Gefühlschaos verhelfen. Denn manchmal kommen ganz viele gleichzeitig und alle wollen sofort beachtet werden. Schreibe diesem Gefühl eine Art Brief, stelle fragen an das Gefühl, schreibe nieder, was dich daran stört oder bedrückt. Du wirst deine innere Gefühlswelt danach viel deutlicher verstehen.

Welche Rolle dabei Bewegung spielt

Gefühle, die du unterdrückst, wirken also auf deinen Körper ein. Alle deine Gefühle haben den Ursprung in deinem Gehirn, das Sinneseindrücke über deine Sinnesorgane aufnimmt und anschließend bewertet. Dann werden Reaktionen an den restlichen Körper ausgesendet, wie etwa Weinen, Fäuste ballen, losrennen. Dein Körper ist also immer betroffen, wenn es um deine Gefühle geht. Deshalb kannst du ihn auch gut nützen, um ihnen mit Hilfe von Bewegung Ausdruck zu verleihen, und so gar noch mehr… Du kannst ihm dadurch Kraft und Stärke hinzugeben, die er dann am dringendsten braucht, wenn eine Krise vorherrscht.

Warum Bewegung genau nach einem Verlust so hilfreich sein kann, erfährst du weiter auch hier.

Meine persönliche Krise

Du fragst dich vielleicht, woher ich mich auskennen soll, was Gefühle betrifft. Ich bin selbst durch einige Krisen gegangen. Meine schlimmste jedoch passierte 2013, als meine 21 jährige Schwester von ihrem Freund ermordet wurde. Dann bin ich genau den Weg gegangen, habe alle Fehler gemacht, die man halt so im Umgang mit Gefühlen macht, die aber auch dazugehören, um sich selbst kennenzulernen und neu zu entdecken, um darauf zu kommen: „Ups, das war Blödsinn, was du da gemacht hast, Katrin.“

Ich habe verdrängt, weiter gemacht und gekämpft, anstatt meinem Körper eine Pause zu gönnen, habe meinen Gefühlen keine Beachtung geschenkt, sie ins hinterste Eck gesperrt, bis sie alle gleichzeitig raus geplatzt sind. Irgendwann habe ich die Bewegung und Sport entdeckt und die Verbindung zu meiner Gefühlswelt: SeelenSport® ist entstanden.

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Du kannst deinen Körper also dazu nützen, um deinen Gefühlen Ausdruck zu verschaffen, ihn zu stärken und zu kräftigen. Manchmal hilft schon ein kleines Tänzchen im Raum, oder ein Spaziergang oder Läufchen durch die Natur.